Skip to content

Transitionsversion Szenario "Notaufnahmeregister"

Registermeldung vs Episoden-Zusammenfassung

An sich liegt es auf der Hand, dass es sich bei diesem Leitfaden um die Spezifikation einer Registermeldung geht. 

Klassische Registermeldungen sind in ihren Eigenschaften summarisch, spezifisch und agil und sollen als Ziele verfolgen, Versorungsnähe, Vollständigkeit und Qualität abzudecken. Sie 

  • stellen eine Zusammenfassung von komplexen Prozessen und Daten aus der Versorgung dar (Anamnese, Diagnostik, Maßnahmen, Medikation) dar,

  • erheben spezifische Fragen und erwarten fokussierten Antworten (Antibiose gegeben? Rö-Thorax gemacht? Pathologisch? War Patient in den letzten 30 Tagen im Ausland?)

  • fordern die Notwendigkeit, ggf. schnell mit neuen Daten in der Meldung zu reagieren (Symptom „Geschmacksverlust“ beobachtet?).

Weitere an die Notfalldokumentation angeschlossene Register wie beispielsweise das Traumaregister sind vom Character her diese eben beschriebenen Registermeldungen. An anderer Stelle werden wir ausführlicher auf Registermeldungen und deren technische Umsetzung, in der Regel durch summarische, spezifische und agile Fragebögen (Questionnaires) eingehen.

Tatsächlich kommt im Fall des hier fokussierten Szenarios "Notaufnahmeregister" wegen des bereits erwähnten Konzepts, dass die Informationen so wie in der Versorgung entstanden in einem lokalen Data Warehouse (DWH) abgespeichert und zu gegebener Zeit lokal ausgewertet werden, eher einer Zusammenfassung einer Versorgungsgepisode gleich, wie beispielsweise eine Arztbrief oder ein Entlassbrief. Daher wurde und wird die CDA-Fassung als Episodenzusammenfassung Notaufnahmeregister bezeichnet.

Leitfaden

Bereits Anfang des Jahres 2024 wurde ein Kommentierungsverfahren zum Szenario Notaufnahmeregister mit den erweiterten Datensatzdefinitionen durchgeführt, welches vor allem von den fachlich-inhaltlichen Expertinnen und Experten begleitet wurde.

Mit diesem Leitfaden liegt nun die technische Umsetzung mit Datenformaten und Terminologien vor. Das Verfahren beinhaltet folgende Sammlungen von Artefakten:

  • das Update des Implementierungsleitfadens der Spezifikation für das Notaufnahmeregister 2025 CDA Episodenzusammenfassung Notaufnahmeregister auf der Basis der Clinical Document Architecure (CDA) als natürliche Fortschreibung der bestehenden CDA-Implementierungen für den vereinfachten Übergang zur ergänzten Spezifikation,

  • die zugehörigen Updates zu den zu verwendeten Terminologien (Value Sets, Code Systeme) zum Einsatz für Implementierungen des Notaufnahmeregisters 2025.

Etwa zeitgleich wird eine Sammlung der Fast Healthcare Interoperability Resources FHIR-Profile für das Notaufnahmeregister zur Kommentierung bereitgestellt. Diese Profile sollen – nach Einbindung in den FHIR Implementierungsleitfaden – für neue Implementierungen genutzt werden und stellen die Migration in die FHIR-Welt dar. Die Terminologien sind hierbei die gleichen, wie für den CDA-Leitfaden.

Ergänzungen im jetzigen Leitfaden

Bei der Umsetzung des Implementierungsleitfadens der Spezifikation Notaufnahmeregister 2025 CDA auf der Basis der Clinical Document Architecure (CDA) wurden entsprechend den vorangegangene Ausführungen Anleihen beim Leitfaden für das Basismodul 2017 gemacht. Grundsätzlich ist das CDA-Dokument im Header-Teil überwiegend gleichgeblieben. Der Body-Teil besteht aus in etwa den gleichen Sektionen, allerdings ausgerichtet auf die Änderungen versehenen mit Neuerungen und Ergänzungen.

Wichtigste Themen für die Hinzunahme neuer Bausteine bzw. Teilaspekte sind 

  • abgeleitete Informationen zum Alter des Patienten bei Versorgungsbeginn

  • Informationen zur ungeplanten Wiedervorstellung zum selben Grund im Rahmen der Notfallanamnese

  • die generische allgemeingültige Triage-Information

  • das Präsentationdiagramm für das Manchester-Triage-System MTS

  • Indikatoren für Manchester-Triage-System MTS und Emergency Severity Index ESI

  • Medikation als Maßnahmen.

Episodenzusammenfassung Notaufnahmeregister 12.2024

Einfluss auf die gesamte erste neue CDA Spezifikation der Episodenzusammenfassung Notaufnahmeregister 12.2024 hatte die (Wieder-) Einführung von SNOMED-CT (siehe Abschnitt „Hintergrund der fachlichen und technischen Umsetzung“) als grundsätzliche Terminologie im Fokus. Daraus resultierten neue Value Sets für Auswahllisten und neue semantische Annotationen von Konzepten.

Soweit möglich wurden die Auswahllisten der einzelnen Konzepte mit den SNOMED-Termen verbunden. So ließ sich einerseits die Darstellung für die Nutzerinnen und Nutzer konstruieren und andererseits waren die Zuordnungen deutlich.

Transitionsversion 12.2025

Im Jahr 2025 wurde der neue AKTIN-Notaufnahmedatensatz und der zugehörige CDA-Implementierungsleitfaden Episodenzusammenfassung Notaufnahmeregister 12.2024 vorgestellt. Die Arbeiten zur Modellierung des neuen Datensatzes in HL7 FHIR wurden ebenfalls vorangebracht, um eine moderne, interoperable Grundlage für zukünftige erweiterte Datenflüsse zu schaffen.

Im laufenden Austausch mit Kliniken und IT-Partnern zeigt sich jedoch deutlich, dass weiterhin substanzieller Bedarf am Support des bestehenden CDA-Exports besteht. Die umfassende technische Überarbeitung des bestehenden CDA-Modells, insbesondere zur Einführung strukturierter Terminologien wie SNOMED CT und die semantischen führten zu größeren Herausforderungen, da durch den Austausch von Codesystemen, OlDs und andere strukturelle Referenzen relativ viel angepasst werden müsste.

Daraus würden sich weitreichende Implikationen ergeben:

  • Die bestehenden CDA-Exporte müssten an über 90 Standorten gleichzeitig umgestellt werden, was ohne zentrale Koordination zurzeit nicht durchführbar wäre.

  • Die anvisierte Umstellung würde mehrere CDA-Versionen ins Feld bringen, was die Verarbeitung in den lokalen DWHs (i2b2) große Herausforderungen bringen und die Gefahr divergenter Datenbestände beinhalten würde.

  • Gleichzeitig sind einige Variablen noch nicht vollständig mit standardisierten Codesystemen hinterlegt, z.B. mit LOINC, sodass eine Komplettmigration zum jetzigen Zeitpunkt technisch nicht sinnvoll ist.

Es wurde daher eine Lösung notwendig, die semantische und inhaltliche Weiterentwicklung mit bleibender technischer Anschlussfähigkeit verbindet. Vorgestellt wird in diesem Workshop daher eine CDA-Transitionsversion 2025, die

  • strukturell weitgehendst auf der bestehenden CDA Version von 2018 basiert,

  • lediglich um neue Variablen und Terminologie-Komponenten erweitert wird, die funktional notwendig oder neu eingeführt sind,

  • die gleichzeitige syntaktische Verarbeitung beider CDA-Versionen, der bisherigen Version von 2018 und der Transitionsversion 2025 ermöglicht,

  • und die damit eine kontrollierte, koexistente Übergangsphase bis zum FHIR-Rollout schafft.

Diese Lösung sichert die laufende Datenverfügbarkeit im Registerbetrieb, minimiert den Umstellungsaufwand für die Standorte und stellt eine technisch konsoldierte Grundlage für die spätere, abgestimmte FHIR-Migration dar.